Diese gehören zu der Gruppe der Selectine (P-, E-, L-Selectin), durch die zunächst eine lockere
Bindung zustandekommt - die PMN "rollen" auf den EC, bis sie einem inflammatorischen Focus
näherkommen. Dort kommt es zur festen Adhäsion mittels β
2
-Integrinen (CD 11, CD 18) und
den endothelialen Gegenrezeptoren VCAM-1 und ICAM-1. Die adhärenten PMN können
anschließend die Lungenstrombahn verlassen (Transmigration); sie werden von Chemotaxinen
ins Interstitium geleitet, wo sie ihr antimikrobielles Potential durch Degranulation von Proteasen,
Hydrolasen und reaktiven toxischen Sauerstoffspezies freisetzen (
).
1.3. Steuerung der zellulären Reizantwort und Signaltransduktion
Diese komplexe Interaktion wird koordiniert durch lokale und systemische Mediatoren.
Lokalmediatoren entfalten ihre Wirkung nur auf eng begrenztem Raum, ohne daß dabei systemi-
sche Wirkungen auftreten müssen. Zu ihnen zählen im Wesentlichen Leukotriene, Komplement-
faktoren und der Plättchenaktivierende Faktor (PAF). Diese Botenstoffe binden an entsprechende
Rezeptoren der Zellmembran der Zielzellen. Im Zellinneren werden die Signale durch Second
Messenger weitergeleitet: Die Bindung der Mediatoren an die Rezeptoren bewirkt unter anderem
eine Aktivierung der membrangebundenen Phospholipase C. Diese katalysiert die Bildung von
Inositoltrisphosphat (IP
3
) und Diacylglycerol (DAG) aus in der Zellmembran vorhandenem
Phosphatidylbisphosphat. IP
3
wiederum stimuliert die intrazelluläre Freisetzung von Ca
2+
aus
dem endoplasmatischen Retikulum, was die Effektorsysteme der Zielzelle aktiviert. DAG
aktiviert die Proteinkinase C (2). Zu den Zielzellen gehören u.a. Granulozyten, die auf diesem
Wege zu vermehrter Produktion von Leukotrienen, Proteasen und Sauerstoffradikalen angeregt
werden, sodaß innerhalb kurzer Zeit eine außerordentlich potente, lokal begrenzte
Abwehrreaktion entsteht.
Die vorliegende Arbeit befaßt sich v.a. mit Lipidmediatoren aus der Gruppe der Leuko-
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