nur mit PMN ohne EC durchgeführt, die erhöhte Adhärenz wurde an Kunststoffwells gemessen
und auf eine erhöhte Expression von CD11b-Rezeptoren auf den PMN zurückgeführt. Ent-
scheidend für die effektive Vermittlung der Adhärenz von PMN und EC ist jedoch das Vorhan-
densein korrespondierender Adhäsionsmoleküle auf beiden Zelltypen. Bei unseren Versuchen
wurden außerdem ausschließlich die EC differentiell mit freien Fettsäuren gefüttert, nicht aber
die PMN.
Ein weiterer Aspekt in der Frage der verminderten Adhärenz von PMN an EC ist die
Rolle von PAF. PAF ist ein Lipidmediator mit vielfältigen biologischen Wirkungen. Unter
anderem kann er als Vermittler der Adhäsion von PMN und EC angesehen werden: Zimmerman
et al. belegen, daß erst durch die Koexpression von Selectin und PAF auf der Zelloberfläche von
EC nach Stimulation der Übergang vom Rollen der PMN zu einer festen Adhäsion und folgender
Transmigration der PMN zustandekommt (
). In bisher unveröffentlichten Untersuchungen
von Mayer et al. konnte gezeigt werden, daß EC-Monolayer, die mit EPA inkubiert wurden,
weniger PAF exprimieren als solche, die mit AA inkubiert wurden. Eine mögliche Ursache dafür
wäre die Metabolisierung von PAF: PAF unterliegt einem schnellen Ab- und Aufbau durch eine
Deacylierung bzw. Reacylierung, bei der AA an der sn2-Position des Phospholipids eingebaut
wird. In Versuchen mit PMN, denen EPA zugeführt worden war, wurde statt AA teilweise EPA
in den PAF-Precursor eingebaut (
). Dieser Einbau von EPA erscheint auch für in EC
vorhandenen PAF-Precursor möglich. Auf diesem Weg könnte die Funktion von PAF moduliert
und in der Folge seine Exprimation auf der Zelloberfläche herabgesetzt werden.
Neben der Vermittlung der Adhärenz ist PAF auch ein potenter Stimulus für Chemotaxis
und Degranulation von PMN (
). Eine durch EPA modulierte Funktion von PAF könnte also
auch bei der oben beschriebenen reduzierten Degranulationsreaktion der PMN eine Rolle spielen.
Commenti su questo manuale